Kerstin G, blieb schutzlos am Berg zurück!
- paguristes

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Am 19.1. 2025 um 3 Uhr 30 morgens geht ein Notruf bei der Alpinpolizei in Kals am Grossglockner ein. Ein Mann am Ende der Leitung fordert Hilfe für sich und seine Freundin an, die knapp unterhalb des Gipfels des 3798 m hohen Grossglockners feststecken soll. Der Anrufer, Thomas P., war seit fast zwanzig Stunden unterwegs und am Ende seiner Kräfte. Er hatte sich durch klirrende Kälte und Orkanböen bis zur Erzherzog Johann-Hütte, einer Schutzhütte auf 3455 m, gekämpft, die gefühlte Temperatur in dieser Nacht lag bei etwa -20°. Seine Freundin Kerstin G. liess er in dieser Nacht alleine und schutzlos am Berg zurück. Thomas wird später durch seinen Anwalt erklären lassen, dass dies ein verzweifelter gemeinsamer Entschluss von ihnen beiden gewesen sei und er habe Hilfe holen wollen.
Kerstin überlebte die Bergtour nicht, am nächsten Tag wird sie, etwa 40 Meter unterhalb des Gipfelkreuzes, von Rettungskräften geborgen. Sie trug immer noch ihren Rucksack und ihr Snowboard auf dem Rücken. Sie erfror, während sie noch hoffte, gerettet zu werden. Im Laufe der Zeit ändert sich die Version über ihre Auffindesituation, zuerst soll man sie zusammengekauert, dann am Seil hängend und letztendlich mit dem Kopf nach unten am Seil hängend aufgefunden haben. Kerstin wird nicht in der Stellung und an dem Ort aufgefunden, wie und wo Thomas seine Freundin zurückgelassen haben will.
Der Fall hatte ein juristisches Nachspiel. Thomas P wurde von der Staatsanwaltschaft in Innsbruck wegen grob fahrlässiger Tötung angeklagt. Ihm wurden schwere Versäumnisse und Fehler bei seiner Tourenplanung vorgeworfen. Am 19. Februar 2026 musste er sich vor dem Landesgericht in Innsbruck verantworten und wurde nach einer eintägigen Marathonsitzung zu fünf Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 9600 Euro verurteilt. Der Richter teilt Thomas P. mit, dass er ihn nicht für einen Mörder halte. In der Zwischenzeit wurde von der Staatsanwaltschaft und von Thomas' Verteidiger Berufung gegen das gefällte Urteil eingereicht, es ist also noch nicht rechtskräftig.
Kerstin G. aus Salzburg war 33 Jahre alt, liebte als Snowboarderin die Berge und sie hatte sich, gleichzeitig mit dem Beginn ihrer Beziehung zu Thomas ein Jahr zuvor, auch an das Bergsteigen herangewagt und schon schwierige Touren, beispielsweise im Bereich Dachstein oder Watzmann, zusammen mit ihm gemeistert.
Der 36jährige Thomas P. ist ein leidenschaftlicher Bergsportler und Extrembergsteiger. Seine alpinen Kenntnisse hatte er sich hauptsächlich über Youtube-Videos angeeignet. Auf seinem in der Zwischenzeit auf privat gestelltem Instagram-Profil fand man Bilder von seinen Touren durch die Alpen. Er erklomm den Grossglockner schon mehrmals, unter anderem bewältigte er die schwierigen Kletterrouten über die Nordwand und bestieg den höchsten Berg Österreichs schon viermal im Winter. Seinen letzten Aufstieg zum Gipfel des Grossglockners vor dem tödlichen Drama absolvierte er erfolgreich mit einer Bekannten.
Für Kerstin handelte es sich um eine Erstbesteigung, aber da sie ehrgeizig war, wollte auch sie mit ihrem Freund auf den Grossglockner. Es ist jedoch vielen Menschen unverständlich, warum der erfahrene Kletterer für den Aufstieg mit einer "Anfängerin" zeitlich den tiefen Winter wählt und nicht den Sommer oder Frühherbst, wenn die Tage lang sind und es kaum Schnee auf dem Berg gibt. Zumal an jenem Tag ein gefährlicher Wetterumschwung angekündigt war. Und warum entscheiden sich Thomas und Kerstin gemeinsam für die schwierigere Aufstiegsvariante über den Stüdlgrat, anstatt für das erste Mal die leichtere Hauptroute über den Normalweg, vorbei an der Erzherzog-Johann-Hütte, zu wählen. Ich schaute mir beide Routen auf Youtube an; wer sich für den Stüdlgrat, der steil hinauf zum Gipfel führt, entscheidet, muss absolut schwindelfrei, trittsicher, körperlich fit und gut ausgerüstet sein, da der schmale Grat an vielen Stellen links und rechts steil in den Abgrund fällt und an mehr als einer Stelle reale Absturzgefahr besteht.
Die von mir angeschauten Videos auf Youtube zeigen den Aufstieg bei Tageslicht und guten bis optimalen Wetterbedingungen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es einer erschöpften, schlecht ausgerüsteten Erstbesteigerin, die zudem laut Autopsiebericht an einem Infekt gelitten haben soll, bei Dunkelheit und in einer Hölle aus arktischer Kälte und Windböen von über 70 Stundenkilometern ergehen mag. Im Winter brechen erfahrene Bergführer mit ihren Kunden spätestens um 5 Uhr morgens auf, um sicher zu sein, den Gipfel des Grossglockners noch bei Tageslicht zu erreichen.
Thomas und Kerstin hingegen starteten ihre Tour erst um 6:40 Uhr von der Lucknerhütte aus, die an einem Bachlauf und steilen Bergflanken entlang in hochalpines Gelände führt.
Gegen 9:30 Uhr erreichen die beiden die Stüdlhütte auf 2802 m Höhe.
Kerstin bewältigt die Tour mit einem Splitboard, einem Snowboard, das sich für den Aufstieg im Schnee in zwei Hälften teilen lässt und Thomas ist auf Tourenski unterwegs, er geht voraus und Kerstin folgt ihm in seiner Spur. Kerstin führt für den Notfall eine zusätzliche Jacke, eine Rettungsdecke und einen Biwaksack in ihrem Rucksack mit sich, in den man hinein kriechen kann, um in dem eisigen Wind nicht auszukühlen. Als jedoch die Bergretter Kerstin am nächsten Morgen erfroren bergen, befinden sich Jacke, Rettungsdecke und Biwaksack immer noch in ihrem Rucksack.
Vor dieser Stüdlhütte steht eine große Informationstafel zur Tour über den Stüdlgrat, die die Bergsteiger vor Gletscherspalten, plötzlichen Wetterveränderungen während der Tour, wesentlichen Schwierigkeiten bei Schnee und Vereisung, Absturzgefahr und Steinschlag warnt. Erforderlich sind schnelle und gute Seiltechnik und vor allen Dingen ein gutes Zeitmanagement, da die alpinen Schwierigkeiten und die Länge der Tour leicht unterschätzt werden. Es sind deshalb Zeitlimits angegeben, die die Kletterer, vor allen Dingen im Winter, nicht überschreiten sollten. Für den Weg von der Stüdlhütte bis zum Einstieg in den Grat sind zwei Stunden vorgesehen. Thomas und Kerstin erreichen jedoch den oberen Teil des Gletschers auf 3300m gegen 12 Uhr; sie haben daher das Zeitlimit von zwei Stunden überschritten. Da das Eis des Gletschers in den vergangenen Jahren stark abgeschmolzen ist, müssen Sie zusätzlich eine Steilstufe überwinden, um die Bergbesteigung fortsetzen zu können, was Zeit und Kraft kostet.
Thomas geht voraus und Kerstin folgt ihm in ihrer in seiner Spur. Um sich im Eis und im vereisten Felsgelände besser fortbewegen zu können, schnallen Kerstin und Thomas ihre Steigeisen an. Thomas ist top ausgerüstet, er trägt beispielsweise steife Skitourenschuhe, die optimalen Halt beim Klettern geben. Die weichen, klobigen Snowboardschuhe von Kerstin hingegen sind für Steigeisen nicht oder nicht gut geeignet; sie geben unter dem Druck der Eisen nach, was die junge Frau unnötig viel Kraft beim Aufstieg kosten wird.
Im unteren Bereich des Stüdlgrats gibt es grosse Tritte und es sind Griffe und Eisenstangen angebracht, an denen man sich festhalten und einen Seilpartner sichern kann. Um 14 Uhr 30 erreicht das Paar den Frühstücksplatz auf 3540 m, eine kleine Terrasse, wo Alpinisten eine kleine Pause einzulegen pflegen und die die letztmögliche Umkehrstelle auf dem Stüdlgrat darstellt. Hat man diese überschritten, wird ein Umkehren sehr schwierig und gefährlich; besonders Kletterer mit wenig Erfahrung sind daher gezwungen, sich bis zum Gipfel emporzukämpfen und auf der anderen Seite des Berges die leichtere Variante über den Normalweg abzusteigen. Am Frühstücksplatz ist ein Warnschild verschraubt, dass die Kletterer auffordet, den Aufstieg abzubrechen und sich auf den Rückweg zu machen, sollte man von der Stüdlhütte bis zum Frühstücksplatz mehr als drei Stunden benötigt haben!
Thomas’ und Kerstins Aufstieg bis zum Frühstücksplatz überschritt dieses Limit und dauerte an die fünf Stunden. Weniger ehrgeizige Kletterer würden jetzt sagen: "Der Berg läuft uns nicht davon ! Wir brechen ab! Trotzdem: Tolle Leistung für den ersten Versuch!" ; sie würden sich die Ski und das Snowboard anschnallen und die Rückfahrt durch den Schnee ins Tal geniessen.
Der Richter am Landgericht von Innsbruck, selbst Alpinist, wird am Verhandlungstag zu Thomas sagen, dass der Angeklagte um "Galaxien" erfahrener am Berg gewesen sei, als seine Freundin. Im Vergleich zu ihr kannte er den Grossglockner "wie seine Westentasche". Und deshalb habe er Verantwortung für seine Freundin am Berg übernommen; man nennt diesen Status "Bergführer aus Gefälligkeit"!
Thomas musste also wissen, dass der Frühstücksplatz die letzte Gelegenheit war, um umzukehren. Es musste ihm bekannt gewesen sein, dass die grössten Schwierigkeiten der Tour mit Kletterpassagen über dem Abgrund noch vor ihnen lagen. Es war mitten im Januar, es lag Schnee, die Felsen waren vereist und die Wetterprognose für diesen Tag war sehr ungünstig. Er ignoriert die Zeit, die der mühsame Aufstieg mit seiner unzureichend ausgerüsteten Freundin gekostet hatte. Ihm sollte klar gewesen sein, dass sie bald in die Dunkelheit und am Gipfel in eine Eishölle mit Orkanböen und arktischen Temperaturen geraten würden . Als Kerstin schliesslich vor Erschöpfung und möglicherweise an einer Lungenentzündung leidend, vierzig Meter unter dem Gipfel des Grossglockners zusammenbricht, haben beide einen Aufstieg von mehr als siebzehn Stunden, teilweise unter unwirtlichsten Bedingungen, hinter sich.
Knapp zweieinhalb Stunden später, um 16 Uhr 50 geht die Sonne unter und die Temperatur am Stüdlgrat fällt unter den Gefrierpunkt. Kerstin und Thomas schalten ihre Stirnlampen ein; auf der höchsten Stufe der verstellbaren Lampe wird der Grat über mehrere Meter beleuchtet, so dass die Dunkelheit an sich zunächst einmal kein Problem darstellt.
Unten im Tal am Lucknerhaus, wo die Touren auf den Grossglockner normalerweise starten, fällt einem Wanderer ein Auto mit Salzburger Kennzeichen auf, das, wie sich später herausstellt, Thomas P. gehört. Dem späten Wanderer erscheint es komisch, dass sich in der Dunkelheit im Winter immer noch Leute auf dem Berg aufhalten und er verständigt die Bergrettung im Ortszentrum von Kals am Fusse des Grossglockners. Auf 3455 Meter ist eine Webcam an der Erzherzog-Johann-Hütte angebracht, die vierundzwanzig Stunden am Tag Aufnahmen vom Stüdlgrat und dem Gipfel des Grossglockners auf die Bildschirme der Bergrettung schickt. Die Bergretter entdecken tatsächlich die Lichter der Stirnlampen von Thomas und Kerstin, wie sie sich langsam vorwärtsbewegen. Die Bergretter verständigen sofort die Alpinpolizei. Aufgrund des Autokennzeichens gelingt es diesen, den Fahrzeughalter und dessen Mobiltelefonnummer zu ermitteln. Von Angehörigen erfahren sie, dass Thomas P. mit seiner Freundin auf dem Grossglockner unterwegs ist. Das Handynetz deckt den gesamten Berg ab, man hat guten Empfang und deshalb wählt ein Polizeibeamter mehrmals die Nummer von Thomas, aber dieser reagiert nicht auf die Anrufe der Polizei. Der Wind am Stüdlgrat wird immer stärker und die Temperaturen fallen drastisch ab, so dass die Alpinpolizei einen Hubschraubereinsatz anordnet, damit die Besatzung abklären kann, ob die Bergsteiger in Not sind.
Gegen 22 Uhr 30, als Kerstin und Thomas rund einhundert Meter vom Gipfel entfernt sind, erreicht der Hubschrauber den Grossglockner und nähert sich den Bergsteigern, die im Lichtkegel eines Suchscheinwerfers erscheinen. Es wäre der geeignete Augenblick, Hilfe anzunehmen, aber weder Thomas noch Kerstin geben ein Zeichen, sie reagieren gar nicht, sie klettern einfach weiter und der Hubschrauber dreht schliesslich ab. Thomas wird später sagen, dass sie sich beide gut gefühlt hätten und es nicht mehr weit zum Gipfel gewesen sei. Es habe keine Notlage bestanden und deswegen hätten sie sich auch nicht bemerkbar gemacht.
Thomas und Kerstin kämpfen sich weiter voran. Die Bergretter in Kals, die weiterhin in Bereitschaft sind, sehen auf den Bildern der Webcam, dass die beiden immer langsamer vorankommen und kurz vor Mitternacht bewegen sich die Lichter am Großglockner nicht mehr nach oben. Thomas und seine Freundin sind inzwischen seit mehr als 17 Stunden unterwegs; dass Kerstin es mit wenig geeigneter Ausrüstung und Infektion überhaupt so hoch geschafft hat, ist schon eine enorme Leistung. Sturmböen peitschen über den Stüdlgrat und der eiskalte Wind entzieht Kerstins Körper die letzte Energie. Rund 40 Meter unter dem Gipfel kann die junge Frau vor Erschöpfung nicht mehr weiter steigen und die beiden Kletterer stecken fest. Umkehren ist nun keine Option mehr, denn der Grat ist so kompliziert, verwinkelt und steil, dass sie gezwungen sind, zum Gipfel aufzusteigen, um auf der anderen Seite über den Normalweg absteigen zu können, denn das Gelände ist dort etwas einfacher und man erreicht nach einer Weile die Erzherzog-Johann-Schutzhütte.
Um 0 Uhr 35 greift Thomas zum Handy und bemerkt erst jetzt die mehrmaligen Anrufversuche der Alpinpolizei. Er ruft zurück! Im Prozess wird der Anwalt von Thomas P. in einer Stellungnahme erklären, dass sein Mandant der Überzeugung gewesen sei, der Alpinpolizist hätte den Ernst der Lage erkannt und verstanden, dass Rettung rasch gebraucht wird. Der Beamte hätte Thomas klargemacht, dass der Einsatz eines Rettungshubschraubers wegen der herrschenden Wetterbedingungen nicht möglich sei. Laut Staatsanwaltschaft hingegen, war für den Alpinpolizisten nicht eindeutig zu erkennen, dass das Paar in einer Notsituation steckt; das Gespräch habe unklar und abrupt geendet. Der Beamte versuchte noch mehrfach, Thomas zu erreichen, er wählte offenbar auch die Nummer von Kerstin, aber beide gingen nicht ans Telefon. Der Polizist soll Thomas auch noch eine WhatsApp-Mitteilung geschickt haben, ob die Bergsteiger Hilfe benötigen, aber nein, auch da bekam er keine Antwort.
Bis um 2 Uhr morgens harrte Thomas dann bei seiner Freundin aus und kommt dann zu einer Entscheidung, die vielen Menschen unverständlich erscheint, denn er klettert allein weiter, während er Kerstin einfach schutzlos am Berg zurücklässt. Der Bergsteiger wird später durch seinen Anwalt erklären lassen, es sei ein verzweifelter gemeinsamer Entschluss zwischen ihm und Kerstin gewesen, er habe Hilfe holen wollen. Offenbar hofft Thomas im Schutzraum der Erzherzog-Johann-Hütte auf andere Bergsteiger zu treffen. Zunächst steigt er die letzten Meter zum Gipfel auf und klettert über den Normalweg, der stellenweise sehr steil ist, ab.
Gegen 3 Uhr lässt er die gefährlichsten Passagen hinter sich und die Webcam zeigt, wie er über ein Schneefeld läuft. Eine halbe Stunde später erreicht der erschöpfte Mann die Schutzhütte. Diese wird im Winter jedoch nicht bewirtschaftet, allerdings bleibt ein Schutzraum immer offen, so dass Bergsteiger im Notfall dort Unterschlupf finden können. Thomas trifft jedoch niemanden in der Hütte an.
Es ist 3 Uhr 30 morgens, als er zum Telefon greift und bei der Alpinpolizei einen Notruf absetzt.
Der Rettungshubschrauber
Unten im Tal, am Lucknerhaus, wo die Bergtour von Kerstin und Thomas begann, fällt einem späten Wanderer das Auto von Thomas auf. Dem aufmerksamen Beobachter erscheint es merkwürdig, dass sich zu so später Stunde im Winter immer noch Leute auf dem Grossglockner aufhalten. Er verständigt sofort die Rettungskräfte. Da ein gefährlicher Wetterwechsel in der Nacht angesagt ist und der Wind am Stüdlgrat immer stärker wird und die Temperaturen drastisch fallen, ordnet die verständigte Alpinpolizei einen Hubschraubereinsatz an, damit die Besatzung abklären kann, ob Kerstin und Thomas Hilfe benötigen. Der Hubschrauber erreicht um 22 Uhr 30 die beiden Bergsteiger, aber weder Thomas noch Kerstin geben dem Piloten ein Zeichen. Thomas wird später sagen, dass sie sich beide gut gefühlt hätten und es sei nicht mehr weit zum Gipfel gewesen. Es hätte keine Notlage bestanden!
Ich fragte mich in diesem Augenblick, was Kerstin selbst hätte tun können, um aus ihrer misslichen Lage rechtzeitig herauszukommen. War es wirklich AUCH ihr Entschluss, die Tour "auf Teufel komm raus" durchzuziehen? Wenn nein, was hat sie daran gehindert "auszusteigen"? Der Rettungshubschrauber war für sie die voraussichtlich letzte Gelegenheit, Hilfe zu bekommen. Bei dem zu erwartenden Wettersturz wäre ein erneuter Hubschraubereinsatz und auch der Einsatz von Bergrettern zu Fuss nicht zu verantworten gewesen. Wo lag das Problem? Wie später bekannt wurde, hatte sie anscheinend versucht, den Notruf zu wählen, gab aber die Nummer "149" statt der "140" ein. Es scheint also doch nicht alles in Ordnung gewesen sein!
Im folgenden Lenormandkartenbild zeigt sich der Grossglockner auf der Karte Nr. 21 in Form eines riesigen vereisten Steilhangs, der unüberwindlich scheint:

Zwei winzige, kaum sichtbare, Gestalten warten am Fusse des Berges und wollen es trotzdem versuchen! Diese Karte warnt die Betreffenden davor, dass "Unermüdlichkeit die Bergsteiger in die Erschöpfung und Verzweiflung treiben wird und dass es günstiger wäre, auf geeignetere Bedingungen zu warten!"
Die Karten "Lilien" (30) und "Sense" (10) berichten von " schneidender " Kälte nahe des Gipfelkreuzes (21+36). Die unheimlichen schwarzen Wolken, die sich am Himmel der Karte « Wolken » (6) auftürmen, lassen das stürmische Wettergeschehen in der Nacht der Tragödie erahnen. Nahe Mitternacht, als Kerstin erschöpft aufgeben musste, wehten Orkanböen bis zu fünfundsiebzig Stundenkilometer am Gipfel des Grossglockner und es herrschte klirrende Kälte. Die gefühlte Temperatur betrug -20°. Die « Wolken »(6)
mit dem « Kreuz » (36) und den « Lilien » (30) weisen auf eine weitere Gefahr, den Windchill-Effekt, hin. Bei höheren Windgeschwindigkeiten genügen schon weniger tiefe Lufttemperaturen und kürzere Expositionszeiten, um zu erfrieren, da der Wärmeverlust, den der Körper erleidet, mit steigender Windgeschwindigkeit zunimmt. Kerstin führte eine Rettungsdecke und einen Biwaksack mit sich, die sie eine Zeitlang gegen den eisigen Wind hätten schützen können, aber sie kamen nicht zum Einsatz.
Später wurde bei der Autopsie von Kerstins Körper ein Infekt, im Internet war sogar von Lungenentzündung die Rede, festgestellt, was in diesem Bild durch die Karten "Wolken" (6) (Atmungsorgane) und "Kreuz" (36) (Leid, Belastung, Krankheit) vermittelt wird. Auch "gefährliche Verwirrung" (6-36), die eine betroffene Person aus dem Gleichgewicht bringen könnte (10-30), vielleicht als Symptom einer Höhenkrankheit, könnte angezeigt sein.
Möglich wäre auch, dass in den Karten zusätzlich zur oder anstatt der Höhenkrankheit auf die sogenannte "Kälteidiotie" hingewiesen wird. Es handelt sich um ein gefährliches Phänomen, das bei starker Unterkühlung auftritt und zeigt sich in Form von geistiger Verwirrung, Verlust von logischem Denken, Verminderung der Fähigkeit, sinnvolle Entscheidungen zu treffen und irrationalem Verhalten (10-30-36-6). Bekannt ist, dass Betroffene sich, obwohl sie kurz vor dem Erfrieren sind, die Kleider ausziehen oder sich ungeschützt der Kälte aussetzen. Auch Sprach- und Kommunikationsstörungen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen und im Endstadium Bewusstlosigkeit stellen sich ein.
Die Kälteidiotie betrifft nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn. So findet man in den Karten unter anderem folgende Aussagen:
Die gefährliche Kälte bedroht den Kopfbereich (10-30-21).
Klare Kommunikation ist nicht mehr möglich (16-11-21). Kommuniziert wird wie unter Alkoholeinfluss (34-6). Eine lebensgefährliche Verwirrung stellt sich ein (6-10-36).
Man fühlt sich in Kleidern nicht mehr wohl (10-30-17).
Die fliegende Hexe auf der Karte "Ruten" lässt mich an den eingangs erwähnten Helikoptereinsatz denken und führt möglicherweise zu der Schlussfolgerung, dass Kerstin in dieser Situation um 22 Uhr 30 hätte etwas tun können oder sollen.
Das Auftauchen des Hubschraubers präsentiert sich als ein Glücksfall, der mit den Karten « Sterne » (16) und « Ruten » (11) angezeigt ist. Ein Glücksfall, der es Kerstin erlauben würde, den widrigen Bedingungen zu entkommen (34). Sollte sie jedoch ihren Weg unerschütterlich fortsetzen, wie es die Hexe auf dem Besen anscheinend vorhat, dann würde Kerstin an den Klippen der nachfolgenden Karte « Berg» (21) zerschellen.
Die Karten « Sterne » (16) und « Kreuz » (36) lassen in mir den Verdacht aufkommen, dass im damaligen Moment das « Universum » oder das Schicksal eingegriffen haben könnten: zufällig bemerkt ein später Wanderer das Auto von Thomas auf dem Parkplatz der Lucknerhütte. Er geht nicht achtlos daran vorbei, in dem Sinne "das geht mich nichts an!", sondern er verständigt die Bergrettung in Kals, die tatsächlich die Lichter der Stirnlampen von Kerstin und Thomas auf ihren Bildschirmen entdecken und daraufhin die Alpinpolizei verständigt. Auch diese handelt verantwortungsvoll und ordnet sofort einen Rettungshubschraubereinsatz an. Die Karten sagen: Um den beiden Bergwanderern zu helfen, den drohenden höllischen Wetterbedingungen (10-30+6+34) zu entkommen, stellten das "Universum" (16) und die Alpinpolizei (21-11-30) Kerstin und Thomas einen Helikopter (11) zu Verfügung.
Jedoch geben die beiden Bergsteiger dem Helikopterpiloten kein Zeichen, dass sie Hilfe benötigen. "Der richtige Weg (16), dem Inferno (6+36, 10+30) zu entkommen (34), löst sich auf (36)", was bedeutet, dass die Beiden mit ihrem Handeln eine wichtige Gelegenheit zu einem guten Ausgang (17) der Angelegenheit verpassen (36).
Dass Thomas wegen "Lappalien" wie Dunkelheit, Schnee, Kälte und orkanartigen Windböen keinen Rettungshubschrauber in Anspruch nehmen wird, versteht sich fast von selbst. Er hatte schon einige Male den Grossglockner bei Dunkelheit und im Winter bestiegen und der Wettersturz war keine Überraschung, sondern wurde vom Wetterdienst für den Abend des 18. Januar 2025 vorausgesagt.
Aber warum gab Kerstin dem Helikopterpiloten kein Zeichen? Er erreichte die beiden Bergsteiger um 22 Uhr 30. In der darauffolgenden Stunde verlangsamten sich die Lichter der Stirnlampen von Kerstin und Thomas auf den Bildschirmen der Bergwacht immer mehr und kamen vor Mitternacht, nach 17 Stunden Aufstieg, entgültig zum Stillstand! War etwas mehr als eine Stunde zuvor nichts von Kerstin beginnender Erschöpfung zu bemerken?
In diesem Kartenbild liegt die einmalige Chance zu einer, jedoch sehr kostspieligen (34) Flugrettung.
Und hier stellt sich die Frage: Wer übernimmt die Kosten für die Bergrettung?
Eine Helikopterbergung in Österreich kostet einem Verunfallten bei einer Annahme von 40 Flugminuten knapp 5000 Euro. Hinzu kommen die medizinischen Leistungen, die im Hubschrauber erbracht werden müssen und auch die Kosten der Bergretter zu Fuss, die sich auf 500 bis 1000 Euro belaufen können. Wer in seiner Freizeit in unwegsamen Gelände ohne Bergungskostenversicherung mittels Hubschrauber geborgen wird, muss in Österreich den Einsatz im Regelfall selbst bezahlen. Ohne zusätzliche Versicherung oder Mitgliedschaft im Alpenverein sollte man sich gut überlegen, ob man den Notruf absetzt, denn es können Kosten bis 8000 Euro oder mehr entstehen. Auch gesetzliche oder private Krankenversicherungen kommen in der Regel für die Bergungskosten nicht oder nur zu einem geringen Teil auf. Mir ist nicht bekannt, ob Kerstin oder Thomas eine Versicherung für den Notfall abgeschlossen hatten.
Ein nicht unerhebliches Thema könnte sein, wer zahlt, wenn Bergsteiger leichtsinnig oder gar fahrlässig handeln. Sie mit ungeeigneter Ausrüstung in vereistes , schneereiches Gelände gehen oder trotz Unwetter- und Lawinenwarnungen losziehen?
Im Bild liegen finanzielle Ängste (34-6). Kerstin hat anscheinend Angst, dass ein Mann aus Geldgründen wütend werden könnte (34-6-10-30). Angst, dass der Haussegen schief hängen (30+10) und dass es zu Spannungen oder sogar massiven Streitigkeiten kommen könnte (11+10). Sollte es ihr zu diesem Zeitpunkt schon schlecht gegangen sein, so könnte sie aus Angst davor zurückgeschreckt sein, das Hilfsangebot der Flugrettung wahrzunehmen (11-21). Geld (34) scheint Thomas (30) wichtig zu sein (34-30). Am rechten Rand des Bildes befindet sich die Karte die Sense, worauf sich ein Tor befindet. Dieses Tor könnte den Ausweg, nämlich den Einstieg in den Hubschrauber (11-10) symbolisieren. Anstatt es zu durchschreiten, dreht sie sich, wie im Alten Testament Lot’s Frau nach der Zerstörung von Sodom, um und verspielt ihre Chance auf Rettung.
Sie hatte sich wie ein Schneekönig (16) auf die Bergtour (21) mit Thomas (34, 30) gefreut. Das Kind auf der Karte hält einen Stern in der Hand, mit dem sie der Baumspitze « eine Krone aufsetzen » möchte, symbolisch so, wie Kerstin ihre junge Bergsteigerlaufbahn und vielleicht auch ihre Beziehung mit Thomas krönen wollte.
Im positiven Sinn ist der « Lilien »-Mann im Zentrum des Bildes ein Mensch, der einer Person etwas ermöglichen kann, was ausser deren Reichweite ist, vergleichbar einem Mäzen oder Gönner. Im negativen Sinn vermittelt der « Gönner » seinem « Opfer » jedoch folgende Botschaft: « Ohne mich bist du nichts, hast du nichts und kannst du nichts ! Deshalb handle nicht ohne meine explizite Anweisung !!! Nur ich kann wissen, was gut für dich ist !»
Da die gefährlich Spitze der Sense auf ihn zeigt, könnte er zumindest auf dem Grossglockner eine reale Gefahr für Kerstin dargestellt haben. Der Name des Berges ist symbolisch angezeigt: auf der Karte « Wolken » (6) befindet sich auf der höchsten Stelle der Felsformation ein Torbogen aus Stein mit einer Glocke. Obwohl sich auf der Karte "Wolken" nahe des Gipfelkreuzes (21-36) dunkle, schwarze Wolken formieren und eine Gefahr ankündigen, fliegen die Vögel auf dem Bild weiter. Der Aufstieg zum Gipfel des höchsten Berges Österreichs wird daher kompromisslos fortgesetzt.
Kurz vor dem Gipfel, hier symbolisiert durch die Karte « Wolken » , ist auf der Karte « Lilien » (30) ein Altar zu sehen. Ein Altar wird in religiösen Ritualen für Opferungen verwendet. Etwas oder jemand wird geopfert ! Man erkennt den Altar nicht auf den ersten Blick, sondern meint einen Strauss Lilien auf einem Sarg zu sehen. Die wirkliche Lenormandkarte « Sarg » in Kombination mit den Karten « Lilien » und « Kreuz » würde Tod bedeuten. Ein Todesopfer!
Nahe des Gipfels (6), als Kerstin vor Erschöpfung nicht mehr weiterklettern kann (11-21), scheint Thomas die Aussichtslosigkeit der Situation klar zu werden (16-11-21). Er selbst will jedoch nicht sterben, was die Karte « Kreuz » (36) unter ihm zeigt. Mit dem Altar als Zentralkarte (30) müsste er Kerstin opfern (30), um zu entkommen (34) oder…. sie wird sich schlussendlich selbst opfern, damit ihr Freund die Möglichkeit bekommt, zu überleben. Laut Aussage von Thomas, war der Entschluss, sich bis zur Erzherzog-Johann-Hütte voranzukämpfen, um Hilfe zu holen, die gemeinsame Entscheidung von Kerstin und ihm. Sie soll ihn angeschrien haben : « Geh ! Geh ! Geh ! ».
Die junge Frau auf der Karte « Sense" dreht sich um und betrachtet das hinter ihr liegende Kartenbild. Ihre freudige Erwartung, als sie als junges Mädchen auf der Karte « Stern » den Weihnachtsbaum schmückte, erfüllte sich nicht (16-11-21). Sie erreichte ihr Ziel, den Grossglockner unter widrigsten Umständen zusammen mit ihrem Freund zu bezwingen, nicht !
Man müsste hier an dieser Stelle nachfragen, ob nicht das Thema « Familienplanung » parallel dazu im seelischen Hintergrund aktiv war, wie es das Bildmotiv auf der letzten Karte « Störche » (17) vermuten lassen könnte. Die Diagonale Stern-Lilien-Störche würde auf eine Schwangerschaft oder ein Zeitfenster, um schwanger zu werden, aufmerksam machen. Die gängige Kombination für eine Schwangerschaft wäre zwar « Kind », « Lilien » und « Störche », aber in diesem Kartendeck ist auch auf der Karte « Sterne » ein Kind zu sehen !

Die junge Frau stellt sich die Frage, ob der « Lilien »mann (30) in diesem Augenblick nicht ihr Feind (21) sein könnte. Sie schaut in seine Richtung und sieht den Altar an (30) und wie er versucht, zu entkommen (34). Vielleicht hofft sie trotzdem für einen kleinen Augenblick, dass er Hilfe (30) holen könnte. Dabei entgeht ihrer Aufmerksamkeit eine schwer erkennbare, schwarz gekleidete Gestalt im Schatten des Tores. Es ist zu spät! Das unheimliche Wesen steht mit erhobener Sense vor ihr und ist jeden Augenblick bereit zuzuschlagen (10).
Hyoscyamus

Die Karte Nr. 11 « Ruten » mit der fliegenden Hexe lässt mich an das homöopathische Mittel "Hyoscyamus" denken:

Hyoscyamus niger.
Wikimedia Commons: By H. Zell. Botanical Garden, Karlsruhe, Germany.
Hyoscyamus niger, das Bilsenkraut, gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und bildet in der Homöopathie zusammen mit Belladonna und Stramonium die Trias der klassischen Hexendrogen und Mittel des « Wahnsinns ». Aus dem Bilsenkraut wurde die sogenannte "Flugsalbe" hergestellt, mit der sich, der Legende nach, die Hexen eingerieben haben sollen, um mit ihren Besen zum Hexensabbat zu fliegen. Dieses Kraut soll in heidnischer Zeit ein Schlüssel zum Tor zur Anderswelt gewesen sein und Halluzinationen und wahnhafte Träume verursacht haben.
Heutzutage werden Ölauszüge von Bilsenkraut äusserlich als Einreibungen bei rheumatischen Salben verwendet.
Das Bilsenkraut ist ein Ackerunkraut und bevorzugt als Standort Schutt-und Müllhalden, sowie die Nähe von alten Ruinen, wie sie auf den Karten Wolken, Kreuz, Sense und Lilien zu sehen sind. Diese Karten sprechen von bedrohter Harmonie bis hin zu massiven Streitigkeiten, von einem Mann, der auf dieser Tour eine Gefahr für Kerstin darstellen könnte und von gefährlicher geistig-psychischer Verwirrung. Das oben erwähnte Tor zur Anderswelt ist auf den Karten Wolken und Sense abgebildet. Hiermit sind möglicherweise wahnhafte Zustände mit Halluzinationen gemeint, die durch die Alkaloide des Nachtschattengewächses verursacht werden. Sollte beispielsweise Kerstin nicht genug Zeit gehabt haben, sich zu akklimatisieren und sich körperlich zu stark verausgabt haben, so könnte der « Wahnsinn » von Hyoscyamus die wahnhaften Symptome einer Höhenkrankheit beschreiben.
In der Homöpathie konzentriert sich die gesamte Wirkung dieser Hexendroge auf das Gehirn und das Gemüt. Ein wichtiges Thema ist Eifersucht! Die Symptome von Hyoscyamus verschlimmern sich besonders im Winter, in der Nacht, bei Kälte, Abkühlung und Einatmen von kalter Luft und in der Schwangerschaft.
Leitsymptome von Hyoscyamus sind:
Schwäche und nervöse Erregung mit Misstrauen und Furcht, betrogen, verraten oder verkauft zu werden.
Grosse Erregung des Geistes und der Nerven. Wahnideen, Einbildungen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen und Besessenheit.
Angst und wilde Panik.
Eifersucht mit Raserei, Gewalttätigkeit und Neigung zum Mord.
Exhibitionismus.
Körperlich sind Spasmen, Muskelzuckungen und ein krampfhafter, trockener Husten, der sich nachts verschlechtert, auffällig. Die Neigung, sich zu erkälten wird im Hyoscyamus-Zustand verstärkt. Die Rechtsmedizin stellte später bei der Autopsie von Kerstin einen Infekt oder wie im Internet vermutet wurde, möglicherweise eine Lungenentzündung, fest.
Das Leitsymptom « Exhibitionismus » darf man in diesem Fall nicht im üblichen Sinn sehen. Kerstin hatte anscheinend versucht, sich vor ihrem Tod die Schuhe auszuziehen! "Kälteidiotie", die kurz vor dem Erfrierungstod eintritt, stellt ein paradoxes Verhalten dar, wie beispielsweise paradoxes Entkleiden. Der Betroffene beginnt sich auszuziehen, obwohl sein Körper schon stark unterkühlt ist. Sie tritt auf, wenn die Körpertemperatur unter 32° sinkt. Bei grosser Kälte ziehen sich die Gefässe in den Extremitäten stark zusammen, um das Blut hauptsächlich für die lebenswichtigen Organe im Rumpf zurückzuhalten. Jedoch kurz vor dem Tod weiten sich diese Gefässe wieder, das warme Blut schiesst in die Extremitäten und dem Betroffenen wird es "zu warm". Er beginnt sich zu entkleiden!
Betroffene im Hyoscyamus-Zustand haben grosse Angst vor dem Alleinsein! Der Homöopath Sankaran sieht das Gefühl, plötzlich im Stich gelassen, enttäuscht und getäuscht worden zu sein, als das zentrale Thema von Hyoscyamus. Besonders, wenn sie von nahestehenden Menschen « verraten » werden, die ihnen viel bedeuten und von denen sie abhängen.
Und tatsächlich liess Thomas seine Freundin Kerstin hilf- und schutzlos bei eisigem Wind und klirrender Kälte am Gipfel des Grossglockners zurück, wo sie noch in der gleichen Nacht erfror. Sie wurde offenbar von den Rettungstruppen an einem Sicherungsseil hängend vorgefunden !



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